Koalas

Ich hinke schon ziemlich hinterher mit Dingen, über die ich eigentlich schreiben wollte. Zum Beispiel ist es nun schon zwei Wochen her, dass wir in Morialta waren, einem Nationalpark in den Bergen knapp außerhalb von Adelaide. Naja, besser spät als nie.

Zum Park sind wir mit dem Bus gekommen, insgesamt fährt man vom Stadtzentrum etwa eine halbe Stunde. Während der Fahrt wird es immer hügeliger, bis die Hügel am Ende der Fahrt in einige hundert Meter hohe Berge mit teilweise steilen Abhängen und Felswänden übergehen. So kommt es, dass der Fluss, der durch den Park fließt, insgesamt drei Wasserfälle aufweist.

Unsere Wanderung (Länge: etwa 7km durchs Gebirge; Dauer: Angeblich 3.5 Stunden, von denen wir aber nur 2 gebraucht haben) führte uns an den oberen beiden Wasserfällen vorbei. Am schönsten war es dann aber, am Ende durch das Tal zum untersten und größten Wasserfall zu wandern.

Jetzt aber komme ich zum eigentlichen Thema dieses Blogeintrages: Wir haben unsere ersten Koalas in freier Wildbahn gesehen: Im Tal saßen sie überall in den Bäumen. Oft waren sie mit dem Fressen von Blättern beschäftigt; meistens aber saßen sie einfach nur zusammengekauert im Geäst und hielten ein Verdauungsschläfchen. Fun fact: Ihre Hintern haben eine praktische Kuhle, die perfekt auf eine Astgabel passt, so dass sie dort bequem und sicher sitzen können. Ansonsten war es für uns bemerkenswert, auf welch dünnen Ästen Koalas völlig unbeeindruckt herumklettern. Andererseits sind sie ja auch nicht besonders groß.

Wenn man Erfahrung hat, kann man sie übrigens an ihren Ausscheidungen auf dem Boden erkennen, in dem Fall, dass man sie selbst erst nicht sieht, weil sie gut versteckt im Blätterwerk sitzen.

Koalas gibt es aber nicht nur in Wildparks außerhalb der Stadt, sondern vereinzelt auch in der Stadt: Entlang des River Torrens, der direkt vor unserem College fließt, sieht man sie manchmal in den Bäumen sitzen. Letztes Wochenende saß aber sogar ein Koala auf dem Baum, der im Hof des Colleges steht. Alle waren total aus dem Häuschen: Hier hatte man vorher noch nie einen Koala gesehen. Manche haben beobachtet, wie er am Samstag morgen den Baum hinaufkletterte: Auf der Hälfte des Weges hatte ein paar Elstern ihr Nest und hielten ihn für einen Eierdieb. Als attackierten sie ihn mit Getöse, flogen an ihm vorbei und streiften ihn mit den Flügen. Dem Koala war’s egal; er kletterte unbeeindruckt weiter nach oben, bis die Elstern von ihm abließen, wohl weil sie merkten, dass er es nicht auf ihr Nest abgesehen hatte.

Wir sind dann über das verlängerte Wochenende (Montag war Labour Day, ein Feiertag) nach Süden an die Küste gefahren, konnten also den Koala nicht weiter beobachten. Allerdings haben wir dort Koalas im Urimbirra Wildlife Park gesehen. Einer hat nur wenige Meter von uns geschlafen. Allerdings war das wieder im Gehege.

Als wir dann nach dem Wochenende zurückkamen, war unser Hauskoala leider wieder seines Weges gezogen.

—-

P.S.: Die Sache mit den Elstern ist übrigens interessant. Gerade ist die Brutsaison von den hier heimischen Elstern (bzw. sie geht gerade vorbei), und es passiert wohl sehr häufig, dass Menschen von Elstern attackiert werden, wenn sie sich Elsternnestern zu sehr nähern. Besonders betroffen sind anscheinen Fahrradfahrer, und aus diesen Grund haben viele Radler wehrhafte Stacheln an ihren Helmen, meist aus Kabelbinder hergestellt.

Einen Kommentar schreiben:

Du mußt angemeldet sein um einen Kommentar abgeben zu können.