Sub Cruce Cotidiana

Der erste Monat ist um. Mittlerweile haben wir uns zwei Wohnungen angesehen. Beide waren okay, aber nicht wirklich toll; der Funke ist nicht übergesprungen. Je mehr wir über das Ausziehen nachgedacht haben, ist uns auch aufgefallen, dass wir es eigentlich gar nicht eilig haben: Unser Zimmer hier im Kathleen Lumley College ist schön, wir bekommen Essen, und vor allem haben genießen wir die Gesellschaft; jeden Morgen und jeden Abend, und am Wochenende unternehmen wir hin und wieder etwas mit Leuten hier aus dem College. Letzten Sonntag zum Beispiel waren wir wandern in Morialta Conservation Park, einem Nationalpark in den Hügeln um Adelaide. Aber dazu später mehr.

Franzi hat jetzt auch ihre eigene Schlüsselkarte und ein Büro bekommen, sie ist also jetzt offiziell als Gast registriert. Seit gestern hat sie sogar auch Zugang zum Fahrradschuppen auf dem Campus.

Mittags gehen wir immer essen, fast immer in einen der Food Courts in einer der nahegelegenen Malls: Einen Block vom Universitätscampus entfernt ist die Rundle Mall, eine zentrale Fußgängerzone in der Innenstadt, an die auch viele Kaufhäuser und Shopping Malls angrenzen. Essen in einem der Food Courts kostet zwischen 8 und 12 $AUD; es gibt dort dann jede Menge kleine Geschäfte, wo man Essen kaufen kann, meistens jede Menge Asiatisches oder indisches, aber auch eine Salatbar, Subway oder einen Burgerladen. Der Vorteil, wenn man mit einer Gruppe geht ist, dass jeder sich aussuchen kann, was er essen möchte, man sich aber trotzdem an einem der Tische in der Mitte treffen kann zum gemeinsamen Essen.

Das Ingkarni-Wadli-Gebäude; in den oberen beiden Stockwerken sitzt die Mathematik.

An Mittagsrunden haben wir im Wesentlichen zwei Optionen: Entweder wir gehen mit Mathai (meinem Advisor) und der Arbeitsgruppe, oder wir schließen uns der „deutschen“ Essensgruppe von Thomas und Peter an. Thomas ist ein Deutscher, der schon seit vielen Jahren mit seiner Familie in Adelaide wohnt. Peter ist auch schon länger hier; er ist ein Niederländer, der aber aufgrund längerer Deutschlandaufenthalte sehr gut deutsch spricht. Hier ist dann also die Verkehrssprache deutsch, wenn nicht noch Mike dazustößt, ein Australier, der zwar auch etwas deutsch spricht, aber nicht gut genug um es uns zu ermöglichen guten Gewissens deutsch zu reden 😉

Abends gehe ich an zwei Tagen in der Woche (montags und donnerstags) zum Capoeira. Es gibt hier eine kleine Gruppe mit sehr netten Menschen, was darüber hinwegtäuscht, dass das Training im Keller stattfindet, ohne natürliches Licht. Momentan ist das kein Problem, da es zu Trainingsbeginn um 18 Uhr ohnehin schon (fast) dunkel ist, aber das ändert sich ja jetzt rapide. Interessant ist auch: Es gibt keine richtigen Umkleideräume und keine Duschen, aber Peter hat behauptet, dass es in Australien ohnehin nicht so üblich ist, in Sporteinrichtungen zu duschen; die meisten gehen nach Hause, um dort zu duschen. Hier ist es gezwungenermaßen so. Ansonsten ist das Training aber wie immer ein willkommener Ausgleich zum Arbeitsalltag. Das Essen bekomme ich an den Capoeira-Tagen übrigens as „late dinner“ eingepackt, ich kann es mir dann aus einem Kühlschrank im Gemeinschaftsraum holen und aufwärmen.

Franzi hat letzte Woche eine Probemitgliedschaft im Gym gehabt, wo sie dann auch fast jeden Tag zu verschiedensten Kursen war: Core, Pilates, Strength Plus und wie sie alle hießen. Ob sie sich jetzt längerfristig bindet, ist sie noch am Überlegen.

Soviel Geschwafel zu unserem Alltag. Da der Blogeintrag jetzt schon lang genug ist, schreibe ich erst einmal nichts weiter zu unserem Wochenendausflug; das muss bis zum nächsten Eintrag warten.

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