Statistik-Update

Matthias am 4. März 2010 um 18:43

Ich habe ja letzten Samstag einen PTQ zur Pro Tour San Juan auf Puerto Rico gewonnen, wieder mal mit meinem Pet-Deck, Zoo.

Die Statistik hörte hier auf.

10-02-2156895, EU PTQ San Juan 2010 - 1 slot: 2010-02-27	1
10	Christian Seibold	Win	 	2069
9	Radek Kaczmarczyk	Win	 	2060
8	Jan Jelecevic		Win	 	2050
7	Radek Kaczmarczyk	Tie	 	2041
6	Kai Fiedler		Tie	 	2048
5	Ashraf Abou Omar	Win	 	2056
4	Mateusz Kopec		Win	 	2050
3	Marco Simon		Win	 	2036
2	Kai Wirkus		Win	 	2034
1	Jonas Glowalla		Win	 	2028

Also das erste Mal ein Constructed Rating über 2050, leider zählt für den Grand Prix Brüssel das Total Rating, das dank meinem miesen Limited-Rating (1741) zwar über 2000, aber nicht über 2050 ist. So gibt es nur 2 Byes.

Als Nachträge gibt es

MiDis Artikel zum PTQ Leipzig (3.3.2010)
Meinen Artikel über den letzten PTQ-Sieg (2.4.2010)

und die Statistik besagt jetzt: 86 Siege, 3 Unentschieden, 19 Niederlagen auf 108 Nicht-ID-Spiele mit Boros/Zoo, das macht eine Match-Win-Percentage von 79,63 % und eine Punktausbeute von 80,56%

Lustig übrigens noch die weitere Turnierstatistik: Nach dem PTQ Honolulu, den ich mit 7-0-2 gewann (Rating +69 auf 2017) kommt die Pro Tour mit 3-2 (-5 auf 2012), dann ein 4-0 FNM-Turnier (+4 auf 2016), ein 6-2 bei der Deutschen Meisterschaft (+12 auf 2028) und das 8-0-2 beim PTQ (+45 auf 2078).

Ach ja, noch kurz verlinkt:
# Mein Artikel über die Pro Tour Honolulu
# Mein Urlaubsvideo

Der Soundtrack von Uppsala

Matthias am 27. Dezember 2009 um 20:39

Lieder, die die letzten fünf Monate auf irgendeine Weise begleitet haben, ob in den Clubs, auf langen Busfahrten gesungen oder als Insider immer wieder aufgewämt:





Nach Slumdog Millionnaire:


Dann natürlich:


Für Dawn:


Das nächste weniger in seiner Originalversion, aber meistens gesungen… es gibt nichts besseres als nach einer Nachtfahrt morgens um 8 mit dem Bus auf dem Roten Platz anzukommen und sich mit “Parapapapapa pa pa pa pa” auf Stimmung zu bringen ;-)


Und als Bonus natürlich:


Wieder zu Hause!

Matthias am 22. Dezember 2009 um 15:06

Beim Bäcker im Hamburger Hauptbahnhof Leute hinter mir in der Schlange Deutsch reden hören und gedacht “oh, auch Deutsche”. Dann als ich an der Reihe war erstmal “Hej!” gesagt und dann versucht das “Can I get this Baguette with Cheese” in einen deutschen Satz umzuformulieren, was aber nur in “Dieses… Baguette… da” endete.

Dann im Zug: “Ssänk ju for träwweling wis Deutsche Bahn and gutt bei.”

Deutschland, du hast uns wieder!

In 26 Stunden…

Matthias am 20. Dezember 2009 um 21:10

… bin ich zu Hause! Man sieht sich in HB!

(oder um den Jahreswechsel in Potsdam/Berlin) …

Es schneit!

Matthias am 15. Dezember 2009 um 21:54

Seit gestern abend. Jetzt 30 cm Schnee. Auf dem Weg zur Prüfung heute morgen trotzdem nur einmal hingelegt…

Schneeballschlacht gemacht. Gleich Club. Hoffentlich gehts…

Sankta Lucia

Matthias am 13. Dezember 2009 um 19:46

Am 13. Dezember wird in Schweden das Luciafest gefeiert, zu Ehren von Sankta Lucia, der Königin des Lichts. Der Hauptbestandteil sind die Luciaprozessionen, in denen Chöre in weißen Gewändern und mit Kerzen Weihnachtslieder singen. Vorneweg geht die ausgewählte Lucia, mit einer Kerzenkrone auf dem Kopf und gefalteten Händen.


So natürlich auch unser Kalmar-Chor: Wir sangen beim Luccegask in Gotlands Nation und in Kalmars Nation. Und nochmal heute beim Fika bei Kalmars (Zur Erinnerung für alle die vorige Einträge verpasst haben: Gask oder Gasque = formales Dinner mit Anzugspflicht und viel Alkohol; Fika - Kaffeetrinken mit Snacks und viel Socialising).

Dresscode für Frauen: Langes weißes Gewand mit rotem Band um die Taille, Glitterband auf dem Kopf und eine Kerze in der Hand.

Dresscode für Männer: Langes weißes Gewand ohne Gürtel, Spitz zulaufender Zaubererhut mit Sternen drauf und ein Stab mit einem Stern obendrauf. Ja, wirklich.

Luciasinging

Wer mich also mit einem Zaubererhut Sternenstaub versprengen sehen wollte, der hatte dazu ein paar Gelegenheiten. In jedem Fall sangen wir 7 Lieder, die alle auswendig gekonnt sein wollten (was ich auch rechtzeitig schaffte) und nun ist dieses Wochenende denn auch vorbei.

Eine Woche noch, dann gehts nach Hause, halb lachend, halb weinend. Momentan überwiegt das Weinen.

Roadtrip to Russia, Teil 6

Matthias am 10. Dezember 2009 um 17:02

Den Road-Trip nach Russland gab es vom 25.11. bis 2.12.2009. Hier berichte ich nachträglich davon, schön portionsweise…

Wieder mal übernächtigt nach einer Nacht im Bus zwischen Moskau und Sankt Petersburg ging es am nächsten morgen direkt auf eine Stadtrundfahrt, die uns Gelegenheit gab, unseren Eindruck von Sankt Petersburg zu revidieren: Entlang der Neva sieht die Stadt schon sehr prächtig aus.

Eine weitere Zwiebelkirche gab es dann noch zu besichtigen, mit jeder Menge Taschendieben in der näheren Umgebung: “Attention pickpockets! When we get out of the bus, beware of pickpockets! If you didn’t understand this, ask your neighbor to help you. This is the worst spot in the city. Pickpockets! Ask your neighbor if you didn’t understand. If you are german: Achtung Taschendiebe! Hier am schlimmsten in der Stadt! Attention Pickpockets!”

Kaum gewarnt konnten wir auch schon die Taschendiebe bei der Arbeit beobachten:

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Zum Abendessen hatten wir Borschtsch und eine Art russische Quiche (Blätterteig mit verschiedensten Inhalten) in einem Restaurant, das uns von unserer Fremdenführerin empfohlen worden war. Ich finde es nebenbei immer noch bemerkenswert, wie das Wirt Borschtsch im Deutschen 10 Buchstaben braucht, während im russischen (борщ) 4 Buchstaben ausreichen…

Anschließend ging es dann zu einer Aufführung russischer Volkstänze in einem wunderschönen Barocktheater. Absolutes Touristenprogramm natürlich (neben uns waren noch eine große Gruppe Japaner dort, der Inbegriff der Touristerei ;-) ), aber trotzdem wirklich nett. Wirklich jedem von uns hat die Vorführung gefallen, besonders die Kerle, die unglaubliche Stunts mit ihren Beinen anstellten (ungefähr so wie hier ab 0:50).

Kleine Übung für zu Hause: Stellt euch auf ein Bein und haltet euren linken Fuß mit der rechten Hand fest. Nun springt mit dem rechten Bein durch die so entstandene Schlaufe. Falls euch der Anspruch nicht genügt, könnt ihr zum Takt einer schnellen Musik immer hin und her springen.

Sehr angenehm war dann noch der Pausenvodka für umgerechnet 4 Euro pro 0.25-Liter-Flasche, was wir uns zu viert teilten. Die zweite Hälfte der Veranstaltung war dann sogar noch lustiger.

Anschließend formierten wir eine kleine Männergruppe mit Max, Steffen, Peter und Ruben (dreimal Deutschland und Uppsalastudenten, einmal belgisch und Student in Göteborg) und liefen noch ein wenig Gin-Tonic-haltend (kann man dort so fertiggemixt in Dosen kaufen) durch das nächtliche Sankt Petersburg Richtung Metrostation. Einen Happen gegessen bei Kroschka Kartoschka und noch ein nettes kleines Kellerrestaurant aufgesucht und ein Guinness getrunken für 100 Rubel (2,5 Euro etwa); diesmal wurde noch nicht einmal etwas auf die Rechnung draufgeschlagen, was das Erlebnis umso positiver gestaltete.

Ach ja, nochmal so was typisch russisches: Man stelle sich den Laden als durchaus feines Speiserestaurant in einem Kellergewölbe vor, in dem man bei Kerzenschein und lauschiger Musik üblicherweise Wein trinkt, sich mit Stoffservietten den Mund abwischt und von einem Kellner mit Weste und Fliege bedient wird. In Russland hängt statt der lauschigen Musik im Hintergrund allerdings ein Flachbildschirm an der Wand, auf dem ein Musikfernsehsender läuft, der nach jeden Song (natürlich die neuesten Popsongs, auf voller Lautstärke) mit einer Minute Klingeltonwerbung spielt. Das passt eben einfach nicht zusammen, aber das schien hier keinem aufzufallen.

Ja, möglicherweise Vorteile. Aber so ein Flachbildschirm hing hier in jedem Restaurant, das wir besuchten.

Dann nahmen wir eine der letzten Metros ins Hotel zurück und ließen den Abend bei Max und Steffen im Zimmer ausklingen. Ach ja, bis auf Peter, der entschied sich, unbedingt noch wegzugehen, ließ die Rezeption eine Disko raussuchen und ein Taxi bestellen und fuhr alleine Party machen. Respekt!

Viel Russland blieb dann aber auch nicht mehr. Unser Hotel verabschiedete uns am nächsten morgen noch mal stilecht mit verschimmeltem Toastbrot zum Frühstück, das auch während ich beim Frühstück saß nicht ausgetauscht wurde, dann ging es auch schon zum Bus und zurück Richtung Finnland. Um etwa 13 Uhr hatte uns die EU wieder. Zu Hause! Irgendwie.

Noch ein kleiner Zwischenstop in Helsinki war zeitlich drin (Wrong Noodles - echt lecker!) und dann ging es nach Turku zum Hafen, ein letztes Mal Bootparty (hint, hint!) und dann um 6 Uhr morgens: Stockholm, Schweden. -5 Grad. Raureif.

Roadtrip to Russia, Teil 5

Matthias am 9. Dezember 2009 um 17:56

Den Road-Trip nach Russland gab es vom 25.11. bis 2.12.2009. Hier berichte ich nachträglich davon, schön portionsweise…

Ich habe ganz vergessen, von meinem Erlebnis im Hotel nach der Übernachtung in Moskau zu berichten. Um 8:10 klopft es bei uns an der Tür, ich bin gerade am Anziehen und will schnell in Hosen schlüpfen um die Tür zu öffnen, da geht die Tür schon von alleine auf und ein etwas überaltertes Zimmermädchen steht in der Tür und schaut auf mich und meine halb hochgezogenen Hosen. Anstatt verschämt die Tür wieder zu schließen guckt sie mich mürrisch an und lädt einen Wortschwall auf russisch auf mich ab, und deutet dazu à la Stefan-Raab-”Wir haben doch keine Zeit”-Manier auf ihre Uhr. Erwidern konnte ich in dem Moment nichts, ich war einfach nur schlaflos. Dann war die Tür auch schon wieder zu und ich stand noch etwas müde in der Zimmermitte, immer noch mit nur halb hochgezogener Hose, und fragte mich, ob das gerade eben wirklich passiert war.

Immer bedenken: Wir befanden uns in einem 3-Sterne-Hotel, das zudem mit dem Status als internationales Kongresshotel für sich warb!

Auf dem Weg zum Frühstück setzte sich die Auffassung durch, dass ich nicht geträumt hatte (zudem meine Zimmernachbarin Dawn den Wortschwall ebenfalls gehört hatte), und dementsprechend war ich ärgerlich auf den schlechten Service.

Die Frau, die den Eingang zum Frühstücksraum bewachte, fragte uns “Breakfast?” und als wir bejahten, ließ sie nur einen Wortschwall auf russisch auf uns ab. Als wir sie mit “Excuse me??” darauf hinwiesen, dass wir ihre Sprach nicht sprächen und dachten, wir würden ihr damit suggerieren, ihre Worte bitte auf Englisch zu wiederholen, redete sie nur noch weiter und ärgerlicher auf russisch auf uns ein und deutete auf eine kleine Garderobe hinter uns, die von einem streng schauenden Mütterchen mit Haube bewacht wurde. Meine Stimmung war hier schon kurz vorm überkochen. Ich war noch müde wegen wenig Schlaf und früh aufstehen, war halb angezogen von einem Zimmermädchen auf russisch ausgeschimpft worden (wegen was auch immer) und nun kann die Türdame bei diesem Hotel keinerlei englisch und scheint auch keinerlei Interesse haben, ihre sprachliche Unfertigkeit mit Freundlichkeit oder auch nur dem Anflug eines Lächelns auszugleichen.

Wir also unsere Koffer zur Garderobe geschoben, und wieder wurden wir auf russisch vollgetextet, diesmal von der Garderobenfrau. Sie öffnete die Tür zu ihrem Kabuff, was wir als Zeichen deuteten, dass wir unsere Koffer dort hineinschieben sollten (natürlich wurde jeder ihrer Aktionen von einem Wortschwall ihrer konsonantenreichen Sprache begleitet), aber als wir das taten redete sie nur umso aufgeregter auf uns ein. Als wir sie nur verständnislos ansahen und “Sorry?”, “I don’t understand?” murmelten, versuchte sie die Eindringlichkeit und vielleicht auch unser Verständnis damit zu erhöhen, dass sie mich grob am Oberarm packte.

Das war genug.

“I DON’T SPEAK YOUR FUCKING LANGUAGE and it is a pity that you work at this international hotel without speaking any language your customers do unterstand; BUT PLEASE, do not just keep talking to us. WE DON’T SPEAK YOUR LANGUAGE! WE DON’T UNDERSTAND YOU! So please, make things more clear! USE GESTURES, WOMAN!”

Scheiße, das tat gut. Immerhin hörte sie auf zu reden und wir konnten zum Frühstück gehen.

Roadtrip to Russia, Teil 4

Matthias am 7. Dezember 2009 um 17:01

Den Road-Trip nach Russland gab es vom 25.11. bis 2.12.2009. Hier berichte ich nachträglich davon, schön portionsweise…

“Red Square. You have one hour to visit Mister Lenin. Be back at the bus at 9:45. 9 o’clock and fourty-five minutes! Be on time!”

Ein wenig in der Schlange stehen neben der ewigen Flamme Russlands. Dann die Taschen leeren und durch den Checkpoint durch. Entlang an den Gräbern von Helden der Revolution, die 1918 fielen. Dann das Mausoleum. Ein Soldat an jeder Ecke. Hut ab. Hände aus den Taschen. Nicht reden. Nicht lächeln. Nicht stehenbleiben.

Eine wachsbleiche Leiche in einem Kristallsarkophag, in einem eleganten schwarzen Anzug mit roter Krawatte. Könnte auch bei Madame Tussauds stehen. Nur dass dieser die Augen geschlossen hat.

Bloß nicht stehenbleiben! Weitergehen!

Man hat gar keine Zeit, zu realisieren, dass dies tatsächlich die Leiche des 1924 gestorbenen Revolutionärs ist.

Dann vorbei an den Gräbern von Chrustschov, Breschnew, Stalin… Letzterer lag einige Jahre ebenfalls im Mausoleum neben Lenin, bis dann entschieden wurde, dass er doch nicht so der coole Mann ist. Und jetzt hat er nur noch eine Büste. Was bin ich froh, dass es in Deutschland keine Büsten von Menschen mit Chaplin-Bart gibt!

Anschließend Führung über den Kreml, besonders durch die zahlreichen orthodoxen Kirchen mit Zwiebeltürmchen, vorbei am Sarkophag Ivans des Schrecklichen. Gelernt, dass der Beinahme “der schreckliche” auf einem Übersetzungsfehler beruht und Ivan auf Russisch eigentlich “Ivan the awesome” heißt. Wie awesome er tatsächlich war, zeigt wird dann immer klarer, als wir erfahren dass er siebenmal verheiratet war, er die erste sogar wirklich liebte aber jede weitere entweder in den Konvent verbannte oder töten ließ. Einer seiner Söhne fiel der offiziellen Version nach bei einem epilleptischen Anfall “in ein Messer”, die Tötung eines anderen, sogar schon erwachsenen Sohnes ließ sich dann auch nicht mehr verbergen.

Awesome!

Nach der Kreml-Tour gingen wir dann - nach einem Mittagessen bei Kroschka Kartoschka - durch eine der Haupteinkaufsstraßen Moskaus. Das hervorstechenste Erlebnis war ein alter Mann, der mit perfektem Englisch und Deutsch auf uns zutrat und uns etwa eine halbe Stunde die Geschichte eines Menschen erzählte, der mit einer Statue geehrt worden war, die keine 5 Meter von uns entfernt stand. Zunächst erkundigte er sich, wo wir alle herkämen, wusste von allen unseren Ländern die Regierungschefs (Kanada und Australien hätte ich nicht gewusst) und von uns vier Deutschen wusste er die Ministerpräsidenten unseres Bundeslandes. Gut, den Namen Börnsen wusste er nicht, aber Henning Scherf (den ich übrigens am Vortag auf einem Foto mit Putin und dem St. Petersburger Bürgermeister im Palast in Pushkin gesehen hatte). Anschließend hub er an, uns besagt Geschichte zu erzählen, und im Anschluss rätselten wir, ob er die betreffende Person nicht möglicherweise persönlich gekannt hatte. Jedenfalls ließ er durchblicken, dass er vor seiner Pensionärszeit als Übersetzer deutscher und englischer Bücher gearbeitet hat. Am Ende sagte er, dass seine Pension nur sehr gering sei und bat uns um etwas Geld, falls uns sein Vortrag gefallen hätte, ansonsten würde er gehen, ohne zu murren. Wir gaben ihm jeder zwischen 50 und 100 Rubel.

Anschließend überlegte ich, dass doch irgendetwas schief läuft, wenn dieser hochgebildete Mann in seiner Pension auf der Straße herumlaufen und Leuten für Geld Geschichten erzählen muss.

Anschließend waren wir ziemlich erschöpft von 3 Stunden durch die Stadt streifen und obendrein ziemlich durchgefroren (feuchte Luft und kalter Wind, so dass sich die 9 Grad sehr sehr kalt anfühlten), und wir gingen nach langer Suche einfach in ein Kaffee ohne vorher die Preise anzugucken. Dort kostete ein Capucchino dann einfach mal 360 Rubel (etwa 9 Euro). Zwar der preisgekrönt beste Capucchino Russlands, aber Miriam, die einen trank, sagte, er wäre das Geld trotzdem nicht wert gewesen. Wie auch, für den Preis?

Anschließend gingen wir noch im Winterwunderland GUM ein paar Fotos schießen, ein bischen Suschi essen und dann mussten wir auch schon wieder zum Hotel zurück, Übernachfahrt nach St. Petersburg…

Weihnachten in Schweden

Matthias am 7. Dezember 2009 um 12:16

Als wir aus Russland wiederkamen (keine Sorge, der Bericht davon wird noch fortgeführt), plumpsten wir von 9 Grad in Helsinki und Turku auf -5 Grad und eisige Straßen in Stockholm. Der Winter hatte begonnen.

Mittlerweile ist es zwar schon wieder wärmer (die Minustemperaturen hielten nur 2 Tage an), davor habe ich aber vom ersten Adventswochenende zu berichten, das auch ohne Schnee geballte Weihnachtsgefühle verbreitete.

Kurzer Einschub zum Wetter: Das ist mittlerweile zum für die letzten 6 Wochen typischen Wetter zurückgekehrt: Dauerbewölkt und regnerisch. Mit Ausnahme eines Sonnigen Samstags vor 3 Wochen und den zwei Tagen Eiswetter (wo die Sonne wunderbar auf das Winterwunderland schien) haben wir hier seit 6 Wochen keine Sonne mehr gesehen. Es ist nicht so, dass es die ganze zeit regnet, vielmehr ist es einfach dauerbewölkt und von Zeit zu Zeit gibt es mal einen kurzen leichen Regen. An so ein halbgares Schmuddelwetter kann ich selbst in Bremen nicht erinnern, und auch die Schweden hier meinten, das wäre ziemlich ungewöhnlich…

Naja, nun aber: Am Samstagabend waren wir beim Julgask bei Värmlands Nation. Ein weiteres formales Dinner, das aber sehr anders verlief als die anderen, bei denen ich schon war. Es gab kein Menü sondern mehrere verschiedene Buffettische. Zunächst einen mit kalten Speisen, sprich etwa 6 verschiedenen Sorten verschieden eingelegten Hering, sowie Elchfleisch, andere Würste, mehrere Sorten Lachs, sowie Käse und Knäckebrot zur Unterlage. Der warme Tisch bestand aus verschiedenen Fleischsorten mit Kartoffeln, einer merkwürdigen Fettsoße, in das man ein Stück Brot eintunken sollte (Prädikat: typisch schwedisch) und weiteren Dingen, die ich vergessen habe. Alles war jedenfalls sehr reichhaltig und man wurde im Gegensatz zu den meisten Dinners sehr satt.

Vom Nachtisch dann durfte ich mir als erstes nehmen, weil ich das Julquiz gewonnen hatte. Es gab einen kleinen Quizbogen auf schwedisch mit verschiedenen Fragen auf schwedisch zu Weihnachten. Die Frage zu Staffan, dem stalledräng (Stallbursche) konnte ich beantworten, weil wir das Lied im Chor singen. Wieviele Köttbullar in einen Volvo V70 passen, wurde kurz überschlagen, bei der Frage, wie Weihnachten in Schonen heißt, konnte ein Mädchen aus Schonen weiterhelfen (natürlich auch Julen, genau wie überall sonst). Naja, jedenfalls durften eine Gewinnerin und ich dann den Applaus des Saales entgegennehmen, bekamen das Vorkaufsrecht auf den Nachtisch und außerdem eine kleine Flasche Orangenlimonade und ein Tütchen Chips, sowie ein Teelicht und 4 Zahnstocher. Sie nahm das Teelicht und wollte weder Chips noch Limonade. Na ja…

Anschließend ging mit dem Släpp bis 4 Uhr zuende (Tanzvergnügen halt). Dann aber am nächsten morgen wieder aufgestanden um Geschenke einzupacken für das, was später am Tag geschehen sollte.

Um 15 Uhr dann aber erst einmal ein Pepperkakshus gebaut. Ein schwedisches Mädchen aus dem Chor organisierte ein fröhliches Weihnachtsbacken bei sich zu Hause, wo wir Plätzchen backen und Pfefferkuchenhäuser bauen wollten. Und natürlich Glögg trinken, das schwedische Equivalent zu Glühwein. Während wir Behausungen zusammenzimmerten probten wir noch einige Lieder, die wir nächsten Samstag bei der Luciagasque in Kalmars Nation singen werden. Dringend notwendig, denn 7 Lieder wollten am Samstag auswendig gekonnt sein. 5 davon auf schwedisch. Liedtexte sind verboten, schließlich wird es erstens dunkel sein und zweitens werden wir Kerzen in der Hand halten… das ist also das, was mich die letzten Tage hauptsächlich beschäftigt: Gläns över sjo och strand sternan ur fjärran. Du som i österland tändes av herran…

Ein wenig Singstar rundete das erfolgreiche Backen ab, dann musste ich aber schon wieder nach Hause, denn hier fand sich der Grund für das Geschenke Einpacken am Vormittag: Das holländische Sinterklaas-Feiern. Zwei Holländerinnen aus unserem Korridor hatten das initiiert und das ganze funktionierte so, dass man in einer großen Runde saß, jeder zwei Geschenke beisteuerte und die dann mit einem ausgeklügelten Würfelspiel verteilt wurden.

Am Ende sammelten sich die beiden besten Geschenke (eine von Dawn und mir aus Russland mitgebrachte Matruschkapuppe und eine Flasche Wodka) an einem Platz, nämlich vor mir. Einmal musste ich aber noch würfeln… und musste mit den wenigsten Geschenken die Plätze tauschen. Wenigstens bekam ich dann aber eine Flasche Glögg und ein rosa Plüschkaninchen.

Der Glögg kam dann natürlich sehr angenehm, um den Abend ausklingen zu lassen…